Unsere Räuberkrippe 2021

Du suchst die Anleitung, Downloadgeschichten und alles, was du brauchst, um die Kleine Räuberkrippe mitzumachen? Die findest du ab sofort unter diesem Link. 

Auf Instagram teile ich jedes Jahr im Advent ein paar Gedanken zu den Geschichten und Figuren. 2021 waren diese:

Teil 1: Gott im Alltagschaos

Hier ist grade echt der Wurm drin. Wir hetzen durch die Vorweihnachtszeit von Termin zu Termin. Seien es Arbeitstermine, unvorhergesehene Besuche beim Zahnarzt oder die Kindergarten-Umgewöhnung, die etwas überraschend noch dazu kam. Und wenn man es am wenigsten braucht kommt noch eine Runde Krankenlager dazu, lang ersehnte Besuche müssen abgesagt werden und das Büro wird zur Abstellkammer für viel zu viel liegengebliebene Hausarbeit.

Die schön geplanten Aktionen für die Kleine Räuberkrippe sind in alledem zu kurz gekommen. Wir haben nicht mal die Basics, die Geschichten zu den Adventssonntagen geschafft. Auf unserem Krippenregal stehen bisher nur Henry, Maria und der Engel. Und der Stall den wir letztes Jahr gebastelt und zum Glück aufgehoben haben.

Das ist erstmal mega frustrierend. Und doch irgendwie auch ok so. Denn es geht im Advent und bei der Kleinen Räuberkrippe nicht um Aktionen. Es geht um die gemeinsame Vorfreude, auf den der kommt. Mitten ins Alltagschaos. Der den Himmel hinter sich lässt um uns dort zu begegnen wo wir grade sind. Und wenn es in einem Stall voller Tiere oder einem Büro voller Kisten ist. Das erste Weihnachten war eine bunte Mischung aus Chaos und Freude, Schmutz und Heiligem Glanz, Tränen und Gesang. Gar nicht so viel anders als heute.

Wir haben die Kleine Räuberkrippe im diesem Jahr losgelöst vom Adventskalender. Sie findet dann statt, wenn sich das Chaos für einen Moment lichtet. Dann werden spontan kleine Futterstellen für Henry gebastelt (unser Gourmet-Esel bekommt neben Wasser und Körnern auch Himbeeren und Oliven) und immer wieder die Geschichte gelesen. Und dann ist sie da, diese besondere Zeit, die leuchtenden Augen und die Vorfreude. Auf den, der alles hinter sich lässt um mit uns zwischen Kisten zu sitzen und Plätzchen zu essen.

Teil 2: Ganz warm ums Herz

Gestern haben wir den Weihnachtsbaum aufgestellt, und der Räuber hat ihn fast alleine geschmückt. Er hat uns dirigiert, wenn er hochgehoben werden wollte um die oberen Äste zu behängen und einen schönen Stern für ganz oben ausgesucht. Am Ende des Tages war er so begeistert und glücklich, dass er am liebsten unterm Baum geschlafen hätte (er hat das wirklich in Erwägung gezogen 😉). 

Seit dem 01. Dezember zählen wir jeden Morgen die Säckchen und seit ein paar Tagen endet das jedes Mal in Begeisterungsstürmen, weil jetzt wirklich ganz echt Weihnachten ist.

 Was mich am meisten freut, ist dass diese Begeisterung auch für die kleine Räuberkrippe gilt. Wenn morgens plötzlich eine neue Figur in der Krippe steht, klingt das „Wow, schau mal!“ genauso laut wie beim Adventskalender auspacken. Und als er heute morgen aufgestanden ist, hat er Josef, Maria und Henry vom Regal geholt und sie so hingestellt, dass sie auch den Baum bestaunen können. Im Kindergottesdienst nutzt er die Einstiegsfrage „Was ist beim letzten Mal in der Geschichte passiert?“ um die Weihnachtsgeschichte von vorne bis hinten zu erzählen. Und der Esel in der Kindergartengruppe wurde inzwischen auch Henry getauft.

So viel Freude steckt an und macht mich heute einfach glücklich und dankbar. Auch ohne viel Aktion und Drumrum. Die Weihnachtsgeschichte spricht für sich und Henry schafft vielerorts im Alltag die Verbindung dazu.

Nur noch 2x schlafen, dann dürfen wir endlich den Geburtstag von Jesus feiern! 🥳

Teil 3: Ein Gott der rennt

„Es gibt wahrscheinlich in der Bibel keinen Satz der das Geheimnis von Weihnachten so sehr zusammenfasst wie dieser Vers aus der Geschichte vom verlorenen Sohn. In Lukas 15,20 heißt es: >Er war noch weit entfernt, als der Vater ihn kommen sah. Das bewegte sein Herz, er lief seinem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.< An Weihnachten feiern wir genau das: dass Gott uns sieht! Dass wir ihm nicht egal sind. Dass er uns von weitem kommen sieht, egal wie nah oder fern wir sind. Und rennt.
Jesus im Stall ist Gott der uns entgegenkommt soweit es irgendwie möglich ist, bis in den Futtertrog im Stall.“

Diese Worte stammen aus der Predigt unseres Weihnachtsgottesdienstes gestern.
Heute morgen haben wir den letzten Teil der Kleinen Räuberkrippe gelesen und gespielt. Jetzt ist er auch bei uns angekommen, Gott im Stall. Und die Worte von gestern klingen noch nach, als ich die Krippe betrachte. Ich bin so dankbar für einen Gott dem es mehr um die Beziehung zu mir geht als um einen möglichst heiligen Lebensstil. Bei dem ich mir keine Lorbeeren verdienen muss. Ich bin dankbar für einen Gott, der mich liebt, der mir entgegenrennt und mir um den Hals fällt. Der mich so bedingungslos liebt.

Wir feiern heute noch ein bisschen seinen Geburtstag, essen die Reste vom Raclette (die noch für 5 Personen mehr reichen würden 😉) und spielen mit den Geschenken von gestern.
Ich wünsche euch gesegnete Feiertage! Genießt den Trubel oder die Ruhe, was bei euch grade so vorherrscht. Und wenn ihr Lust habt auf eine etwas andere Weihnachtspredigt, dann hört mal hier rein.