Unsere Räuberkrippe 2022

Du suchst die Anleitung, Downloadgeschichten und alles, was du brauchst, um die Kleine Räuberkrippe mitzumachen? Die findest du an dieser Stelle. 

Auf Instagram teile ich jedes Jahr im Advent ein paar Gedanken zu den Geschichten und Figuren. 2022 waren diese:

Teil 1: Familienzeit-Adventskalender

Für 5 gemeinsame Minuten am Tag
– oder mehr, so wie ihr Zeit habt!
Die Kleine Räuberkrippe ist flexibel anpassbar, für einen stressfreien schönen Advent mit der Weihnachtsgeschichte im Mittelpunkt.

Du brauchst:
– 5 Vorlesegeschichten für die Sonntage (oder andere Tage zwischendurch)
– Aktionskärtchen zum selber beschriften (mit eigenen Ideen oder du bedienst dich bei unserer Ideensammlung)
– Krippenfiguren

Alle Dateien gibts zum Download in diesem Beitrag.  Und so sieht das ganze dann aus:

Teil 2: Fünf Minuten Durchatmen

Mein Tag heute war eine kleine Katastrophe.
Aufstehen, frühstück richten, den Räuber kindergartenfertig machen, winken, zur Arbeit hetzen. 
Durch den KiTa-Tag (meine Arbeit) hangeln, völlig unterbesetzt noch ein Weihnachtsangebot stemmen.
Dann ein Anruf vom anderen Kindergarten, der Räuber ist krank, bitte abholen.
Also schnell Ersatz organisieren, zusammenpacken, wieder loshetzen.
Zuhause Tränen trocknen, Kind kuscheln, Fiebersaft anrühren.
Den Druck auf meinen Nebenhöhlen samt Müdigkeit ignorieren und durchhalten, bis Abends die Ablöse kommt.
Zwischendurch mal die ToDo-App öffnen und alles Wirrwarr aus dem Kopf kurz notieren, damit wenigstens zu Papier gebracht wird, zu was ich nicht kommen werde.


Hallo Urlaub!

Eigentlich würden genau jetzt meine 5 Tage langes Wochenende beginnen. Demnächst steht nochmal ein Jobwechsel an und mit den letzten Urlaubstagen wollte ich mir einen Moment der Ruhe gönnen in diesem trubeligen Jahr. Schade Marmelade, wie der Räuber sagen würde. Machen wir statt Kurzurlaub und Saunabesuch eben Krankenlager.

Die Kleine Räuberkrippe? 
Unsere 5 täglichen Familien-Minuten? Diese Woche noch keine einziges Mal geschafft.
Als der Fiebersaft langsam Wirkung zeigt, suche ich zwei Aktionen raus, die auch ohne mich gehen: ein Ausmalbild. Und eine Duplo-Haus für Henry und Maria bauen. Der Räuber ist beschäftigt und ich kriege das nötigste im Haushalt erledigt.

„Mama, bitte noch eins!“ 
Ich schaue, was schnell geht. Israelische Musik hören. Das erste Lied, das mir einfällt auf Spotify suchen: Havenu Shalom Alechem. Ibuprofen sei Dank hat der Räuber wieder neue Kraft und tanzt durchs Wohnzimmer. Der Räuberpapa hat die Arbeit für heute beendet und kommt ins Wohnzimmer. Er tanzt mit und dann halten die zwei mir ihre Hand hin. Warum nicht? Für 5 Minuten mal alles Kranksein vergessen, alle ausgefallene Me-Time, allen Arbeitsstress. Für 5 Minuten die hätte-sollte-müsste-Gedanken loslassen. Und einfach tanzen. Und lauthals singen. Havenu Shalom Alechem (dt: Wir wollen Frieden für alle).
5 Minuten Durchatmen. Und von Frieden träumen.



Teil 3: Aufbruchstimmung

Ein Neuanfang ist immer auch ein bisschen Aufbruch ins Ungewisse.

Josef und Maria machen sich heute in der Kleinen Räuberkrippe auf den Weg nach Bethlehem – und in einen neuen Lebensabschnitt.
Sie wissen noch nicht was auf sie wartet – noch nichts von singenden Engeln, Waisen mit Goldgeschenken, nichts von einem zornigen Herodes und einer Flucht nach Ägypten. Sie gehen einfach los, mit ein paar Vorräten und Babywindeln im Gepäck (und etwas Spielzeug, dass der Räuber fürs Baby eingepackt hat). Sie machen sich auf den Weg mit dem „Fürchtet euch nicht“ des Engels, und dem Vertrauen darauf, dass der Gott, dem nichts unmöglich ist, mitgeht.

Mein 2022 war geprägt von Neuanfängen, vor allem beruflicher Art. Und ich muss sagen, es war ganz gut, dass ich nicht vorher wusste, was auf mich wartet. Sonst wäre ich manche Abzweigung nicht gegangen und am Ende bestimmt nicht dort angekommen, wo es so gut passt.

Welche Neuanfänge hattest du dieses Jahr? Welche warten 2023 auf dich?

Ich wünsche dir und mir den Mut zum Aufbruch, auch wenn nicht viel mehr im Gepäck ist als „Fürchte dich nicht“ – und dem Vertrauen, dass Gott mitgeht.

Teil 4: Nackte Angst & überwältigende Hoffnung

Man müsste meinen, wer hauptberuflich in der freien Natur übernachtet und es immer wieder mit der Abwehr wilder Tiere zu tun hat, den haut so schnell nichts um. Die Hirten sind hart im Nehmen und die eine oder andere Narbe zeugt davon, dass sie sich selbst von Löwen und Bären nicht einschüchtern lassen. Sie sind allzeit wachsam und darauf vorbereitet, sich einem Kampf zu stellen um die zu verteidigen, die ihnen anvertraut sind.

Und doch packt sie die nackte Angst, als ein helles Licht die Nacht zerreißt und ein unbekanntes Wesen ihnen gegenüber steht. Wie verteidigt man sich gegen etwas, das man nicht kennt und das so übermächtig scheint? Hilflos stehen sie da und können nichts tun.

Ein paar Augenblicke später wird aus nackter Angst eine überwältigende Hoffnung, die die Männer samt ihrer Tiere ins nächste Dorf eilen, in einen Kreissaal platzen und singend und jubelnd wieder zu ihrem Schlafplatz zurück kehren lässt.

Was ist passiert?

Zwischen Hilflosigkeit und Hoffnung stehen Worte:

„Fürchtet euch nicht“
„ein Retter ist geboren“
„Friede auf Erden“

Worte, die eine tiefe Sehnsucht bei den Hirten berühren – und bei mir. Dass es endlich vorbei ist mit der Angst vor wilden Löwen und Bären – und vor Fiebernächten ohne Medizin und überfüllten Kinderkrankenhäusern. Dass es endlich vorbei ist mit der Hilflosigkeit vor unbekannten Angreifern – und vor den Diktaturen dieser Welt, die Menschen für ihren Wunsch nach Freiheit hinrichten.
Eine Sehnsucht, die in Bewegung setzt und am Ende mit großer Hoffnung füllt.

Eigentlich paradox, schließlich finden die Hirten in diesem Stall keinen Feldherr in Rüstung sondern einen Säugling in Windeln.
Ich glaube, sie haben dort noch mehr gefunden, als mit bloßen Auge zu sehen war – sie fanden Vertrauen in den Gott, der die Rettung versprochen hat, immer und immer wieder, schon Jahrhunderte zuvor. Vertrauen, dass der Friede vollendet wird, auch wenn es noch ein paar weitere Jahrhunderte dauert. Und dass all das hier beginnt, an dieser Krippe.

Teil 5: Er ist da!

Das Warten hat endlich ein Ende!
Was Jesaja angekündigt hat und worauf die Menschen Jahrhundertelang gewartet haben, wird an der Krippe endlich wahr:

„Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott mit uns.“
Die Bibel – Matthäus 1, 23 / Jesaja 7,14

Was danach passiert, kennst du schon aus dem Religionsunterricht:
30 Jahre später sammelt Jesus seine Jünger um sich, macht Wasser zu Wein, Kranke gesund und Tote lebendig. Um den Menschen zuzuhören, hinter die Fassade zu schauen und „zu suchen und zu retten, was verloren ist.“ Selbst dann, als es ihn das Leben kostet.
3 Tage später geschieht das Unfassbare – Jesus besiegt den Tod. Er trifft sich mit seinen Jüngern, stattet sie nochmal mit dem Wichtigsten aus – bis Himmelfahrt.

Wusstest du, dass wir Christen seither wieder warten?
Darauf, dass er wiederkommt, diesmal für immer:

„Es gibt viele Wohnungen im Haus meines Vaters, und ich gehe voraus, um euch einen Platz vorzubereiten… Wenn dann alles bereit ist, werde ich kommen und euch holen, damit ihr immer bei mir seid, dort, wo ich bin.
Ihr wisst ja, wohin ich gehe und wie ihr dorthin kommen könnt.« »Nein, Herr, das wissen wir nicht«, sagte Thomas. »Wir haben keine Ahnung, wo du hingehst; wie können wir da den Weg kennen?« Jesus sagte zu ihm: »Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr erkannt habt, wer ich bin, dann habt ihr auch erkannt, wer mein Vater ist.“
Die Bibel – Johannes 14, 2-7

Teil 6: Worte im Herzen

Es ist geschafft! Die Geburt vorbei, das Baby, dass sie 9 Monate unter dem Herzen und quer durchs Land getragen hat, schläft in ihrem Arm.

So klein und zart und wunderbar. Die nächsten Wochen wird sie manchmal nachts aufwachen und sich fragen, ob das alles überhaupt real war – die ganzen Engel, die Reisen, der Stall und der ungewöhnliche Besuch. Sie wird ihn stillen und wickeln und ihn manchmal beunruhigt anstupsen, wenn er im Schlaf zu leise atmet.

Und sie wird sich immer und immer wieder die Worte der Engel in Erinnerung rufen. Worte, die sie zum Glück nicht nur selbst gehört hat, die auch Elisabeth, Josef und die Hirten bezeugen können:
Er wird groß sein, Sohn des Höchsten genannt werden. Ein Retter, gekommen um alle Sünden zu vergeben. Ein König für die Ewigkeit und für alle.

„Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.“
Lukas 2,19

Mein liebster Vers in der Weihnachtsgeschichte! Ich konnte noch nie viel Anfangen mit Tagebuch schreiben, weder als Teenie noch heute, nicht mal das „One line a day-Journal“ im Kalender. Aber ich liebe den Gedanken, so besondere Worte und Erlebnisse ganz ohne Stift und Papier oder Kamera festzuhalten „im Herzen“, ganz tief, da wo ich sie immer wieder hervor holen und nachfühlen kann. 

Teil 7: Alte und neue Traditionen

Wir haben dieses Jahr Heilig Abend mal ganz anders verbracht als sonst.
Nach dem Gottesdienst haben wir die Stühle zur Seite geräumt, eine lange Tafel gerichtet und zusammen gefeiert. Mit Freunden aus der Gemeinde, Kollegen und ein paar Leuten, die wir an diesem Abend erst kennen gelernt haben. Es war ein total schöner Abend und wir haben es so richtig genossen! Und in gewisser Weise hat es mich auch an Weihnachten zuhause erinnert. Wir haben als Familie traditionell bei meiner Oma gefeiert, in der festen Familienrunde von uns 5en, meiner Oma und ihrer Schwester mit Mann. Und dann kamen immer mal wieder spontane Gäste mit dazu, die irgendjemand kennen gelernt und eingeladen hatte. 

Zwei Tage später kam dann meine Familie zu Besuch und hat einen echten Schatz mitgebracht – unsere Familienbibel. Sie muss noch richtig „aufgeschlagen“ werden, damit sich die Schnallen lösen und man darin lesen kann. Seit dem frühen 18. Jahrhundert wird sie in unserer Familie weitergegeben – auf den ersten Seiten hat jeder, der sie mal besessen hat, ein Stück Familiengeschichte festgehalten. Seit ich klein bin, hat mein Opa (und später mein Papa) an Weihnachten aus dieser Bibel die Weihnachtsgeschichte vorgelesen. Und dieses Jahr durfte ich sie dem Räuber vorlesen. Gut, da wir vor der Bescherung gelesen haben, hat er es eher so über sich ergehen lassen 😉 aber ich freue mich schon drauf, wenn er ma groß genug ist um das Besondere daran zu verstehen.

Und dann haben wir noch eine lieb gewonnene Tradition erweitert: Kameldame Seda hat uns in der Kleinen Räuberkrippe besucht und von ihrer Reise mit den Weisen aus dem Morgenland berichtet. Von einem Stern, wertvollen Geschenken und der Freude darüber, dass ein König nicht im Palast geboren wurde, sondern dort wo ihn jeder besuchen kann, selbst ein Kamel und ein Esel.

Wir machen es uns jetzt zuhause gemütlich, in den Tagen zwischen den Jahren. Wir werden uns von den Infekten dieses Winters erholen und (hoffentlich) vollends gesund werden, lecker kochen, viel lesen und spielen und Geschenke ausprobieren.

Ich hoffe, ihr hattet auch schöne Feiertage und könnt das Jahr langsam ausklingen lassen!