Eine wichtige Frage, die mir immer öfter gestellt wird und über die ich euch gerne Auskunft gebe! Warum sich die Frage nicht in einem Satz beantworten lässt, erfahrt ihr gleich. 

Zertifizierung für Materialien

Zu Beginn ein paar Worte zu den zu den Zertifikaten für Textilien. Es gibt in der Textilindustrie einige große und bekannte Zertifizierungs-Organisationen die jeweils unterschiedliche Schwerpunkte legen. Ich stelle euch die beiden größten vor:

Zertifikat 1: Bio-Qualität
Hier wird die Qualität der Baumwolle geprüft, bzw. die ökologische Verträglichkeit. Beim Anbau muss auf künstliche/chemische Pflanzenschutzmittel und Dünger verzichtet werden, er muss sich an strenge Vorgaben für ökologische Landwirtschaft orientieren. Neben dem Anbau kontrollieren die Prüfstellen der Zertifikatsorganisationen auch die Verarbeitung der Stoffe. Diese werden nochmal auf Schadstoffe getestet, um die gesundheitliche Unbedenklichkeit zu bestätigen. Die Prüfstellen arbeiten oft mit engeren Grenzwerten als national und international gesetzlich vorgeschrieben wäre.

Zertifikat 2: Die ganze Verarbeitungskette im Blick
Hier werden alle Schritte von der Verarbeitung über die Herstellung bis zum Handel geprüft. Im Anbau wird neben Schadstofffreiheit z.B. auch kontrolliert, ob ein ausreichendes ökologisches Abwassermanagement vorhanden ist. Neben den ökologischen Aspekten wird auch auf einen fairen Umgang mit den beteiligten Mitarbeitern geachtet. Bei den Arbeitsbedingungen werden z.B. auch Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, existenzsichernde Vergütung und Arbeitszeiten geprüft. Außerdem wird sichergestellt, dass keine Kinderarbeit oder andere Formen der Zwangsarbeit praktiziert werden sowie Schutz vor Diskriminierung, Belästigung und Gewalt besteht.

Und welche Zertifikate haben eure Materialien?

Wenn man sich durchliest, was alles von den Zertifizierungs-Organisationen überwacht wird, merkt man schnell, wie aufwändig dieser Prozess ist. Da dieser auch an irgendeiner Stelle finanziert werden muss, sind die Zertifikate nicht ganz günstig. Als Textillabel müsste ich jeden „Prototypen“ meiner Kollektionen einzeln für einen 4-stelligen Betrag prüfen lassen, was für kleine Handmade-Labels schlicht nicht finanzierbar ist.

Um den Verbraucher, also euch, vor irreführender Werbung zu schützen und sicherzustellen, dass die Zertifikate nur dort genannt werden, wo die Organisation auch geprüft hat, sind sie sehr streng wenn es um die Nennung ihres Namens geht. Deshalb darf ich leider nicht einmal erwähnen, dass für dieses oder jenes  Kleidungsstück Stoffe mit Zertifikat XY verwendet wurden. Aber ich darf natürlich wie oben geschehen die Inhalte beschreiben, damit ihr wisst, auf was ich beim Material-Einkauf achte.

Grundsätzlich kommen bei mir kein Stoff und Garn auf den Nähtisch, die nicht mindestens das erste Zertifikat ausweisen können, also biologisch kontrolliert und schadstofffrei sind. Also erfüllen alle meine Stoffe & Garne die Kategorie des 1. Zertifikats.
Wo immer möglich kaufe ich Material, das auch das umfassendere Zertifikat trägt, also auf die gesamte Verarbeitungskette hin geprüft ist.
Bei den Garnen macht das schon ca. 95% meines Bestands aus. Bei den Stoffen sind es aktuell etwas mehr als die Hälfte, Tendenz steigend. Seit ich mich mit dem Thema näher beschäftigt habe, bestelle ich wo möglich Stoffe nach, die die ganze Verarbeitungskette entlang zertifiziert sind, so dass der Anteil automatisch immer mehr zunimmt.

Material aus regionaler Produktion und von kleinen Labels

Neben den Zertifikaten achte ich beim Materialkauf auch auf regionale Produkte. Die Garne beziehe ich von Madeira, einem Familienunternehmen in dritter Generation, die ihren Hauptsitz und Produktion in Freiburg im Breisgau haben. Die Bündchen z.B. kommen fast ausschließlich von Albstoffe, das Textilunternehmen produziert seit 1982 auf der schwäbischen Alb.

Neben regionalen Produktionsstätten unterstütze ich gerne kleine Stoff-Labels, vor allem Frauen und Mütter die den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt haben. Meine Hauptlieferanten sind drei tolle Unternehmerinnen aus ganz Deutschland, von der Mitte bis ganz oben an die Nordsee: Bei Almut von der Fuchsfamilie, Sarah von Paul&Clara und Sina von MitjedemHerzschlag.Stoffe kaufe ich die schönen Motivstoffe.

Nachhaltigkeit hat ihren Preis

Zertifizierte Stoffe, regionale Produktion, kleine deutsche Labels  – all das macht sich natürlich bei meinem Einkaufspreis bemerkbar. Und dann möchte ich auch mir selbst und meiner Familie gegenüber nachhaltig arbeiten, also einen Stundenlohn ansetzen der nicht unter Mindestlohnniveau liegt und alle kleinen Ausgaben die sonst so anfallen für Etiketten, Versandmaterial, Maschinenwartung,… ebenfalls miteinkalkulieren. Das Ergebnis ist ein Verkaufspreis, der deutlich über dem der großen Modeketten liegt.

In den Anfängen von Räuberliebe habe ich mir öfters die Frage gestellt: „Kauft das jemand für diesen Preis? Kann ich wirklich so viel verlangen?“ Ich habe mutig „Ja!“ gesagt. Weil ich glaube, dass es uns am Ende alle weiterbringt. Dass es sich lohnt, in Qualität und Nachhaltigkeit zu investieren, für uns selbst und für andere. Und ich freue mich, wenn du mich mit deinem Einkauf dabei unterstützt.

Wenn dich das Thema näher interessiert und du gerne für deine Bestellung sichergehen möchtest, dass nur Materialien mit einer bestimmten Zertifikatsart verwendet werden, schreib mir einfach vorher hier. Ich helfe dir gerne bei der Auswahl!

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